Wochenrückblick 40: Verstappen siegt in Sepang, Buus/Feller Meister

NASCAR Las Vegas 2026
Foto: © Andrew Buchen

Motorsport-Highlights der Woche (KW 40/2026, 2. bis 4. Oktober)

Die Formel 1 ist zurück in Sepang, und Max Verstappen gewinnt dort sein erstes Rennen der Saison, während George Russell im Titelkampf erneut einen herben Rückschlag kassiert. In Barcelona holen Bastian Buus und Ricardo Feller den Titel im Sprint Cup der GT World Challenge. Beim IMSA-Finale in Road Atlanta wird Jack Aitken Meister, in der GT-Klasse geht der Titel an BMW.

Formel 1: Verstappen gewinnt in Sepang, Russell fällt spät aus

Kurioserweise war das Rennen in Sepang offiziell der Große Preis von Bahrain, denn die Mannschaft aus Bahrain hat ihr gesamtes Personal und Material mit nach Malaysia genommen. Ich finde es super, dass Malaysia wieder im Kalender der Formel 1 steht. Es ist eine tolle Strecke, und die Wetterkapriolen sorgen dort immer für extra Spannung. Das war auch diesmal so: Ein Gewitter verschob den Start zunächst um 40 Minuten.

Was dann folgte, war allerdings eine Peinlichkeit. In der Einführungsrunde blieben wegen eines Softwarefehlers reihenweise Autos ohne Leistung liegen, darunter die von Max Verstappen und Lewis Hamilton. Der Start wurde abgebrochen, die FIA spielte allen Teams eine neue Softwareversion auf, und es dauerte fast eine Stunde, bis es erneut losging. Die Erklärung der FIA: Bei sehr niedrigem Tempo auf nasser Strecke gaben die Autos keine elektrische Leistung mehr frei, und genau diese Situation war vorher nie getestet worden.

Danach haben wir ein spannendes Rennen erlebt. Verstappen gewann von der Pole aus vor Kimi Antonelli und Hamilton. Es war sein erster Sieg in dieser Saison und der erste für den Red-Bull-Motor von Ford. Passend dazu: Auch der letzte Sieger in Sepang hieß Verstappen, das war 2017. Die Geschichte des Tages schrieb aber George Russell. Der Mercedes-Pilot rollte fünf Runden vor Schluss hinter dem Safety Car mit einem Antriebsschaden aus. Teamkollege Antonelli hat in der WM damit wieder einen deutlicheren Vorsprung: Aus 66 Punkten sind 84 geworden (320 zu 236), bei noch sieben ausstehenden Grands Prix.

NASCAR: Briscoe gewinnt in Las Vegas

Die NASCAR Cup Serie geht in die heiße Phase, in die Playoffs. Jeder Sieg ist jetzt wichtig, und den jüngsten holte Chase Briscoe auf dem Oval von Las Vegas. Für ihn war es der zweite Saisonsieg, fünf Rennen stehen noch aus. Unser Fotograf Andrew Buchen war vor Ort: Seine Bilder vom Rennwochenende gibt es in der Fotogalerie NASCAR Las Vegas 2026.

GT World Challenge: Buus und Feller sind Meister im Sprint Cup

In Barcelona standen die beiden Finalrennen im Sprint Cup der GT World Challenge an, und das Wetter war am Samstag noch einmal schlechter als in Malaysia. Die Startaufstellung ließ zunächst vermuten, dass der Lionspeed-Porsche von Bastian Buus und Ricardo Feller den Titel einfach einfahren könnte: Buus stand auf der Pole, die Konkurrenten weit hinten. Der Regen und die Startphase haben das Feld aber deutlich durcheinandergewirbelt. Buus verlor die Führung sofort und fiel zwischenzeitlich bis auf Platz acht zurück, dazu kamen ein Safety Car und eine Unterbrechung mit roter Flagge.

Es war ein sehr sehenswertes und spannendes Rennen. Gewonnen haben es Dylan Pereira und Alex Aka im Audi von Attempto Racing, die von Startplatz 14 gekommen waren. Feller fehlten im Ziel nur acht Zehntelsekunden, doch Platz zwei genügte: Mit 72 Punkten lagen er und Buus 18,5 Zähler vor allen anderen, mehr als am Sonntag noch zu holen war. Ein Vorbehalt blieb wegen eines Einspruchs von Winward Racing gegen eine Disqualifikation in Misano zunächst bestehen, vor dem zweiten Rennen war aber auch der vom Tisch.

Das trockene Sonntagsrennen gewannen Ben Green und Thierry Vermeulen im Ferrari von Emil Frey Racing, wie schon zuletzt in Zandvoort. Für die neuen Meister lief es weniger rund: Feller wurde im Getümmel der ersten Kurve getroffen, musste zur Reparatur an die Box und kam mit einer Runde Rückstand nur als 36. ins Ziel. Am Titel änderte das nichts mehr.

IMSA: Aitken ist Meister, BMW holt den Titel in der GTD Pro

Das Finale der IMSA war wie immer das Petit Le Mans in Road Atlanta, ein Rennen über zehn Stunden. Wie zu erwarten, heißt der Meister in der GTP-Klasse Jack Aitken. Dem Cadillac-Piloten reichte nach seinem großen Vorsprung ein unauffälliges Ergebnis, auch wenn ein später Zwischenfall noch einen Podestplatz kostete. Den Sieg holte der Penske-Porsche von Laurens Vanthoor, Kevin Estre und Matt Campbell, gut eine Sekunde vor dem BMW von WRT. Penske hat damit in einer Saison Daytona, Sebring und das Petit Le Mans gewonnen, das ist vorher keinem Team gelungen.

Sehr spannend war es noch in der GT-Kategorie. In der GTD Pro waren die BMW-Piloten Connor De Phillippi und Neil Verhagen mit 47 Punkten Rückstand auf die Corvette von Nicky Catsburg und Tom Milner angereist. Von der Pole gestartet, landete der BMW von Paul Miller Racing nach einer Berührung zwischenzeitlich in der Mauer und bekam auch noch eine Durchfahrtsstrafe. Weil die Corvette aber im Kiesbett eine Runde verlor, war plötzlich wieder alles offen. Am Ende wurde Verhagen Dritter, mit weniger als drei Zehntelsekunden vor dem Lamborghini von Andrea Caldarelli. Genau diesen Platz brauchte er für den Titel. In der GTD gewannen Philip Ellis und Russell Ward im Winward-Mercedes von der Pole aus und sind zum dritten Mal in Folge Meister.

Mit Einbruch der Nacht hat das Langstreckenrennen teilweise etwas chaotisch gewirkt. 16 Gelbphasen, eine halbe Stunde Unterbrechung wegen eines Gewitters und teilweise eher dilettantische Unfälle haben das Rennen zerstückelt. Selbst bei Penske flog 90 Minuten vor Schluss ein Porsche nach einem zu optimistischen Manöver im Verkehr ab. Sobald das Rennen aber wieder in Gang kam, war es spannend, wie für IMSA-Rennen üblich.

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