Russell dominiert Baku, Toyota siegt in Fuji

GT Open Monza 2026
Foto: © GT Sport

Motorsport-Highlights der Woche (KW 39 / 2026, 25.-27. September)

George Russell dominiert das Formel-1-Wochenende in Baku, in der Formel 2 mischt Alex Dunne plötzlich im Titelkampf mit. In Brasilien fahren die Stock Cars ihr Langstreckenrennen mit prominenten Co-Piloten, in Monza verliert Maximilian Götz kurz vor Schluss Sieg und Titelchance, und in Fuji schnappt Toyota den Alpines den Heimsieg weg.

Formel 1: Russell dominiert in Baku

George Russell hat das Wochenende in Baku dominiert. Pole Position, Sieg, und zu keinem Zeitpunkt sah es so aus, als könnte ihm jemand gefährlich werden. Man könnte schon meinen, er hätte zur alten Form zurückgefunden. Für den Mercedes-Piloten war es der sechste Saisonsieg.

Dahinter kamen beide Red Bull aufs Podium: Max Verstappen fuhr von Startplatz acht auf Rang zwei, Isack Hadjar wurde Dritter. Tabellenführer Kimi Antonelli musste nach einer verpatzten Qualifikation von Platz 16 losfahren und betrieb als Fünfter Schadensbegrenzung. Sein Vorsprung in der WM schrumpft damit von 81 auf 66 Punkte. Lando Norris sah die Zielflagge nicht.

Formel 2: Dunne schaltet sich in den Titelkampf ein

An gleicher Stelle hat sich der Meisterschaftskampf der Formel 2 deutlich intensiviert. Ausnahmsweise standen in Baku drei Rennen auf dem Programm. Offiziell wurde es so nicht kommuniziert, aber damit kommt man einer möglichen Absage der Rennen in der Golfregion zuvor.

Verantwortlich für die neue Spannung ist vor allem Alex Dunne: Der Ire stand in allen drei Rennen auf dem Podium und gewann das zweite von der Pole aus (sein erster Saisonsieg). Mit 48 Punkten an einem Wochenende hat er sich direkt in den Titelkampf eingeschaltet.

Vorn liegen jetzt drei Fahrer eng beisammen. Rafael Câmara gewann das letzte Rennen und übernahm mit 207 Punkten die Führung, Nikola Tsolov folgt mit 200, Dunne mit 189. Vor Baku lag Dunne noch 36 Punkte hinter der Spitze, jetzt sind es 18.

Gabriele Mini scheint dagegen etwas abzufallen. Nach der guten Form in der ersten Saisonhälfte sind die Resultate nicht mehr so überragend: In Baku reichte es nur zu den Plätzen sechs und neun, und der Rückstand auf Câmara beträgt bereits 44 Punkte. Geplant sind noch vier Rennen in Katar und Abu Dhabi, entschieden ist in der Meisterschaft also noch nichts.

Stock Car Brasilien: Sette Câmara und Di Grassi gewinnen das Langstreckenrennen

Die brasilianische Stock Car Pro Serie fuhr in Brasília ein Langstreckenrennen über gut zwei Stunden, und dafür holten sich die Stammfahrer Verstärkung ins Auto. Das kennt man aus Australien, wo die Supercars ihre Langstreckenrennen ebenfalls mit Co-Piloten bestreiten. Die Namen können sich sehen lassen: Felipe Drugovich und Lucas Di Grassi waren ebenso dabei wie Felipe Nasr und Nelson Piquet Jr.

Gewertet wird das Rennen zweimal. Nach dem ersten Drittel (in Brasília nach Runde 20) gibt es Punkte wie für ein Sprintrennen, im Ziel dann noch einmal wie für ein Hauptrennen. Zusammen mit den zwei Punkten für die Pole sind an einem einzigen Renntag 137 Punkte zu holen. Wer früh vorn liegt und dann zurückfällt, nimmt also trotzdem einiges mit, wie Enzo Elias und Gianluca Petecof, die die erste Wertung gewannen und im Ziel nur 18. waren.

Den Sieg holten Sergio Sette Câmara und Di Grassi im Mitsubishi. Di Grassi überholte beim Neustart in der vorletzten Runde den bis dahin führenden Alfredinho Ibiapina, für Sette Câmara war es der erste Sieg in dieser Serie. Die meisten Punkte des Wochenendes sammelte allerdings Guilherme Salas: Platz drei nach dem ersten Drittel und Platz zwei im Ziel ergaben 120 Zähler. Tabellenführer Felipe Fraga kam mit Nasr nur auf Rang 15, führt aber weiterhin mit 110 Punkten vor Gaetano Di Mauro.

GT Open: Götz verliert in Monza Sieg und Titelchance

In Monza stand das zweite große Langstreckenrennen der GT Open Saison auf dem Programm, und das hatte es wirklich in sich. Maximilian Götz und Christian Mansell waren von der Pole gestartet und bis kurz vor Schluss drauf und dran, den Sieg zu holen und die Meisterschaft offen zu halten. Dann ging am Motopark-Mercedes die Aufhängung kaputt, und für Götz endete das Rennen mit einem Einschlag in der Ascari.

Der Sieg war damit weg, und die Meisterschaft dürfte es ebenfalls sein: Götz und Mansell liegen vor dem Finale in Barcelona 39 Punkte hinter Tom Lebbon und Tom Emson, die im Ferrari Vierte wurden. Erste Verfolger im Titelkampf sind jetzt Zac Meakin und Dean Macdonald, die im McLaren als Zweite ins Ziel kamen.

Eine richtig gute Leistung zeigte Rodrigo Testa im Lamborghini von Villorba Corse. Zusammen mit Leonardo Moncini gewann er das Rennen von Startplatz drei aus, für die beiden war es bereits der zweite Saisonsieg.

Langstrecken-WM: Toyota schnappt Alpine den Heimsieg weg

Auch das Sechs-Stunden-Rennen in Fuji war sehr interessant und spannend. Lange Zeit sah es nach einem Sieg oder sogar einem Doppelsieg für Signatech aus. Die beiden Alpines hatten schon die erste Startreihe belegt und bestimmten über weite Strecken das Tempo.

Entschieden wurde das Rennen in einer Gelbphase kurz vor Schluss. Alpine ließ die Reifen wechseln, und diese kleine Fehlentscheidung warf beide Autos zurück. Toyota nutzte die Chance, tankte nur kurz nach und kam mit dem Auto von Brendon Hartley, Sébastien Buemi und Ryo Hirakawa von Platz sechs an die Spitze. Hirakawa verteidigte die Führung bis ins Ziel, am Ende mit gut einer halben Sekunde Vorsprung.

Für Jules Gounon und Victor Martins blieb Platz zwei, das Schwesterauto wurde hinter dem BMW von WRT Vierter. Bitter für Alpine, denn schneller waren sie an diesem Tag. Toyota dagegen fährt mit dem Heimsieg auch an die Spitze der WM: Hartley, Buemi und Hirakawa führen zwei Rennen vor Schluss mit zehn Punkten vor den Teamkollegen im zweiten Toyota.

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