Wochenrückblick: Buus/Feller vorn, Titel für Brady Golan
Motorsport-Highlights der Woche (KW 38 / 2026, 14. bis 20. September)
In Zandvoort übernehmen Bastian Buus und Ricardo Feller die Führung im Sprint Cup der GT World Challenge, in Indianapolis macht Jack Aitken einen großen Schritt zum IMSA-Titel. In den USA ist Brady Golan vorzeitig Meister der Formel Regional.
GT World Challenge: Buus und Feller übernehmen in Zandvoort die Führung
Was die DTM für GT-Rennen mit einem Fahrer pro Auto ist, ist der Sprint Cup der GT World Challenge für Rennen mit zwei Fahrern. Kein Wunder, dass um den Titel vor allem Besatzungen mit DTM-Piloten fahren. In Zandvoort ging die Serie mit einem Riesenfeld von 45 Autos an den Start. Das erste Rennen gewann der McLaren von Garage 59 mit Tom Fleming und Louis Prette, danach schlug die Stunde der Ferraris von Emil Frey Racing. Die waren sehr gut aufgelegt: Ben Green und Thierry Vermeulen wurden erst Dritte und gewannen dann das zweite Rennen, Matteo Cairoli und Konsta Lappalainen machten den Auftritt von der Pole aus mit Platz drei komplett. Im Titelkampf spielen sie realistisch aber keine Rolle mehr.
Zwei Titelaspiranten brachten sich schon mit schlechten Startplätzen ins Hintertreffen. In erster Linie der Mercedes von Lucas Auer und Maro Engel, der von den Plätzen 20 und 13 losfuhr und nur als 13. und Achter ins Ziel kam. Noch schlimmer traf es den BMW von Kelvin van der Linde und Charles Weerts: Die Tabellenführer vor dem Wochenende starteten von den Plätzen 33 und 27, fielen im ersten Rennen aus und blieben als 15. auch im zweiten ohne Punkte.
Viele Punkte gut gemacht hat dagegen der Lionspeed-Porsche von Bastian Buus und Ricardo Feller. Dabei hätten es noch mehr sein können, denn ein gutes Ergebnis im ersten Rennen ging durch eine Strafe verloren, weil der Sicherheitsgurt zu früh gelöst wurde (gewertet wurden sie nur als 23.). Mit Platz zwei im zweiten Rennen führen Buus und Feller vor dem Finale in Barcelona nun mit 59 Punkten vor Daniel Juncadella sowie Thomas Neubauer und Arthur Leclerc (je 53). Van der Linde und Weerts folgen mit 49,5 Punkten.
IMSA: Aitken so gut wie durch, Krimi in der GT-Klasse
In Indianapolis fuhr die IMSA ihr vorletztes Rennen, und Jack Aitken hat den Titel damit mehr oder weniger im Sack. Den Sieg holten zwar Sheldon van der Linde und Dries Vanthoor im BMW von WRT (der erste IMSA-Sieg für das belgische Team), doch Aitken und Earl Bamber wurden im Cadillac von Action Express Zweite. Sein ärgster Verfolger Laurin Heinrich kam im Penske-Porsche als Dritter ins Ziel.
Vor dem Finale in Road Atlanta führt Aitken mit 147 Punkten Vorsprung. Mathematisch könnte es noch gefährlich werden, realistisch aber nicht mehr: In der GTP bekommt jedes Auto, das ins Rennen startet, mindestens rund 200 Punkte. Heinrich müsste also gewinnen, und Aitken dürfte praktisch nicht über die Start/Ziellinie kommen.
Umso mehr ging es in der GT-Klasse zur Sache. In der GTD Pro gewannen Dennis Olsen und Ben Barker im Ford Mustang mit knapp einer Sekunde vor der Corvette von Nicky Catsburg und Tom Milner, nachdem sich die beiden beim letzten Überholversuch in der Schlussrunde noch berührt hatten (die Rennleitung sah darin einen Rennunfall). Gesprochen wurde danach aber vor allem über den tabellenführenden BMW von Paul Miller Racing. Connor De Phillippi und Neil Verhagen waren von der Pole gestartet, eine Kollision mit dem zweiten Ford warf sie von Platz drei auf Rang sechs zurück und kostete die Tabellenführung. Catsburg und Milner liegen nun 47 Punkte vor den BMW-Piloten und 53 vor dem Lamborghini von Sandy Mitchell und Andrea Caldarelli. In der GTD ist es noch enger: Dort gewann der BMW von Turner Motorsport mit Robby Foley und Patrick Gallagher und liegt nur noch sechs Punkte hinter dem Winward-Mercedes von Philip Ellis und Russell Ward.
Amerikanische Formel Regional: Golan ist vorzeitig Meister
Zum Schluss noch ein Blick in die amerikanische Formel Regional. Dort hat Brady Golan in Virginia den Titel gewonnen, eine Veranstaltung vor Saisonende. Vor dem Wochenende lagen nur 10,5 Punkte zwischen ihm und Evagoras Papasavvas, danach waren es 53,5. Golan wurde im ersten Rennen von der Pole aus Zweiter und gewann das zweite, sein siebter Saisonsieg.
Papasavvas war über große Teile der Saison eigentlich der Schnellere, hatte in den letzten Rennen aber viel Pech. In Virginia ging er zweimal leer aus: Im ersten Rennen wurde er nach einer Berührung mit Cooper Shipman nur Elfter, im zweiten landete er in den Reifenstapeln, als er auf Platz zwei lag. Für das Finale in Barber hat er damit keine Titelchance mehr. Golan beschert seinem Team Toney Driver Development zugleich den ersten Fahrertitel in dieser Serie.